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11 Haziran 2026 by mehmetcavdar

Echo der Heimat auf der Bühne: „Heim“ erntet Tränen beim Tourauftakt

Das Theaterstück „Heim – Eine Migrationsgeschichte“ (Original: Heim – Bir Göç Hikayesi) von Tezat Sanat, das im Juni 2025 Premiere feierte und eine Spielzeit lang in […]

Das Theaterstück „Heim – Eine Migrationsgeschichte“ (Original: Heim – Bir Göç Hikayesi) von Tezat Sanat, das im Juni 2025 Premiere feierte und eine Spielzeit lang in ganz der Türkei für großes Aufsehen sorgte, hat nun die Landesgrenzen überschritten. Die Inszenierung, die die tiefen Spuren der ersten Migrantengeneration auf die Bühne bringt, bescherte dem Theaterpublikum beim Auftakt der Deutschlandtournee in Köln zutiefst emotionale und nachdenkliche Momente.

Das Porträt eines Künstlers auf den Spuren seines Vaters

Das Stück basiert auf ausführlichen biografischen Interviews, die der Künstler Cüneyt İngiz im Jahr 2022 mit seinem Vater Kemal İngiz führte, und entspringt somit vollkommen dem realen Leben. Erzählt wird die Geschichte von Kemal, der in den 1970er Jahren als „Gastarbeiter“ ins norddeutsche Bremen kam. Das Werk spiegelt die gemeinsame Geschichte der Türkei und Deutschlands wider, indem es die im Koffer transportierten Hoffnungen, den Trennungsschmerz und den Überlebenskampf in der Fremde beleuchtet. Zudem gilt die Produktion als eines der ersten Theaterstücke, das die Geschichte der türkischen Gastarbeiter auf diese Weise auf die Bühne bringt.

Zwei Kulturen, ein gemeinsamer Schmerz

Die Aufführungen in Köln am 5. und 6. Juni wurden in türkischer Sprache mit deutschen Übertiteln präsentiert. Dadurch konnten sowohl das türkische als auch das deutsche Publikum im Saal den gemeinsamen Schmerz dieser ein halbes Jahrhundert alten Migrationsgeschichte teilen. Nach dem Fallen des Vorhangs hielt es die Zuschauer in Deutschland nicht mehr auf den Sitzen: Sie feierten den Künstler mit minutenlangen Standing Ovations.

Im anschließenden Publikumsgespräch lauschte Cüneyt İngiz den persönlichen Familiengeschichten der Anwesenden, die von den Erinnerungen ihrer Eltern und Großeltern an das Leben in der Fremde berichteten. Die Tränen der Sehnsucht nach der Vergangenheit wichen dabei immer wieder einem wehmütigen Lächeln. Aufgrund des überwältigenden Interesses wurde bereits beschlossen, das Stück im November und Dezember erneut in Köln aufzuführen.

Eine bedeutungsvolle Begegnung nach 56 Jahren

Im kommenden November reist „Heim – Eine Migrationsgeschichte“ an den Ort, an dem alles begann: nach Bremen. Dort, wo Kemal İngiz vor 56 Jahren als junger Arbeiter ankam und auf der damaligen Werft AG Weser schuftete, steht heute ein Kulturzentrum. Dass der Sohn nun als Künstler an jenen Ort zurückkehrt, an den der Vater einst für den Broterwerb zog, macht den Generationenwechsel und den Lauf der Migrationsgeschichte auf besonders berührende Weise greifbar.

„Heim“, das von alten Weggefährten und deren Kindern in Bremen bereits mit großer Vorfreude erwartet wird, wird auch in der neuen Spielzeit sowohl in der Türkei als auch im Ausland die bewegende Geschichte der Migration weitererzählen.

Echo der Heimat auf der Bühne: „Heim“ erntet Tränen beim Tourauftakt
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